Herstellung von Stevia

Warum Stevia natürlich ist

Jeder industrielle Herstellungsprozess bedarf gewisser Vorgänge, so auch Stevia...

Da es immer wieder Diskussionen gibt, ob die Herstellung von Stevia aus dem Naturprodukt etwas Künstliches macht, haben wir hier die Herstellung vereinfacht zusammen gefasst. Und damit Sie einen Vergleich haben, auch gleich die von Zucker...

Herstellung von Stevia

Stevia wird im Idealfall am Feld gezogen, ohne chemischen Dünger oder Pestizide. Wenn die Pflanzen groß genug sind und vor der Blüte stehen, werden sie geerntet. Die Pflanzen werden dann getrocknet, dies dauert meist einige Tage. Danach werden die Pflanzen zerkleinert. Durch Zugabe von Wasser oder organischen Lösungsmitteln (bspw. Alkohol) lösen sich die Steviolglycoside aus den gemahlenen Pflanzenteilen. Dieser Sud wird dann mehrfach gereinigt und für die Weiterverarbeitung aufbereitet. Durch Trocknen erhält man das Stevia Pulver, man kann es aber auch kristallisieren oder ein Liquid daraus machen.

Herstellung von Zucker aus der Zuckerrübe

Die Zuckerrüben - idealerweise auch ohne Chemie und Pestizide gezogen - kommen vom Feld in die Zuckerfabrik. Dort werden sie von Schmutz, Erde und Steinen befreit und gewaschen. Danach kommen die Rüben in den Häcksler und werden zerkleinert.

Weiter geht es laut Wikipedia so: Anschließend wird durch heißes Wasser im Extraktionsturm mithilfe des Gegenstromverfahrens, unter Nutzung des Diffusionsprozesses, der Rohsaft ausgelaugt und damit die Saccharose zu 99 % herausgelöst. Der entstandene schwarz-blaue Zuckerdünnsaft mit circa 14 % Rohzuckergehalt enthält noch viele andere organische und anorganische Stoffe, die vor dem Kristallisationsprozess entfernt werden müssen. Dies geschieht durch Einrühren von Kalkmilch, die Säuren neutralisiert und den pH-Wert auf etwa 11 anhebt, um einer Invertzuckerbildung (Spaltung der Saccharose zu Fructose und Glucose) vorzubeugen. Dabei können etwa 35 % der verunreinigenden Stoffe entfernt werden, z.B. fallen viele Metallionen als schwerlösliche Metallhydroxide aus. Der für die Kalkmilch benötigte gebrannte Kalk wird direkt in den Fabriken gebrannt, denn auch das dabei entstehende Kohlendioxid wird benötigt, um die verbliebenen Calcium-Ionen zu Calciumcarbonat (Kalk) zu binden, wobei auch andere Fremdstoffe mitgebunden werden. Der Kalk wird in Kerzenfiltern und Filterpressen vom Dünnsaft getrennt. Der anfallende Kalk wird meistens an die umliegenden Landwirte abgegeben, die ihn als Carbokalk auf die Felder zur Einstellung des pH-Wertes des Bodens aufbringen.

Der gereinigte, nun klare, hellgelbe Dünnsaft wird in der Verdampfstation in einem mehrstufigen Prozess eingedickt. Anschließend wird aus dem Dicksaft (Zuckergehalt 65-80 %) durch mehrmaliges Kristallisieren bei erhöhter Temperatur und Unterdruck der Zucker gewonnen.

Weiter geht es mit Zucker aus Zuckerrohr

Zuckerrohr enthält im Mark (also nur in einem geringen Teil der Pflanze) bis zu 18% Saccharose, dieses wird durch Pressen der Pflanze gewonnen. Der Rest der Pflanze dient als Futtermittel für Tiere. Der gewonnen Sirup wird gereinigt und entweder als Sirup (vor allem in Südamerika) quasi pur verwendet oder durch Auskristallisation zu Rieselzucker verarbeitet.

Dennoch sollte nicht nur der Herstellungsprozess, sondern auch der Anbau und die Ergiebigkeit beleuchtet werden. Zuckerrohr hat auf Grund der Arbeitsbedingungen - Plantagenwirtschaft, Kinderarbeit, Raubbau am Regenwald, etc. auch seine Schattenseiten. Außerdem ist die Ausbeute geringer als beispielsweise bei der Zuckerrübe. Die Zuckerrüber selbst ist eine vom Menschen geschaffene Frucht, sie wurde im Europa des 18. Jahrhunderts durch Kreuzung verschiedener Arten gezüchtet.

Natürlich, Bio oder was noch?

Man kann also sagen, dass Stevia, Zucker und Rohrzucker Süßstoffe mit natürlichem Ursprung sind. Jedenfalls dürfen wir das in der Redaktion so sagen. Der Lebensmittelindustrie wurde beispielswiese verboten Stevia als natürliche Süße zu bezeichnen, gleichzeitig bestätigte unserer Redaktion jedoch das Ministerium dass es sich um eine natürliche Süße handelt.

Letztlich liegt die Ursache in verschiedenen Gesetzen, würde Zucker erst jetzt zugelassen werden, so würde es wohl den gleichen Kriterien wie Stevia unterliegen. Den Rest tragen Lobbyisten dazu bei, welche Angst haben, dass immer mehr Konsumenten zur natürlichen Süße aus der Stevia-Pflanze wechseln und der Umsatz von Haushaltszucker und künstlichen Süßstoffen schwindet.
Auch der Begriff BIO darf bei Stevia (noch) nicht verwendet werden. Praktisch wäre es aber möglich ein Stevia-Pulver unter Anwendung der BIO-Kriterien herzustellen. Die Universität für Bodenkultur in Wien ist hier Vorreiter und hat zusammen mit der Firma Reisenberger GmbH (NatuSweet) eine Versuchsanlage entwickelt. Würde es der Gesetzgeber also erlauben, so könnte schon bald eine Produktionsanlage BIO-Stevia erzeugen.