Was ist Stevia?

Stevia, Steviol, Steviosid....

Konkurrenz für Zuckerrübe und Zuckerrohr...

Stevia ist eine Pflanze, ihr botanischer Name lautet "Stevia rebaudiana Bertoni". Ihren Ursprung hat die Pflanze in Südamerika, wo sie seit Jahrhunderten genutzt wird. Den Weg in die ganze Welt hat Stevia der Entdeckung durch Moises Giacomo Bertoni zu verdanken.

Ein wenig Fachwissen

Die Pflanze besteht hauptsächlich aus dem Diterpenglycosid Steviosid (ca. 10% der Trockenmasse der Blätter), Rebaudiosid A (2 bis 4 %) und sieben bis zehn weiteren Steviolglycosiden, wobei die genaue Zusammensetzung und Süßkraft von der jeweiligen Steviasorte abhängt. Derzeit sind rund 2300 verschieden Stevia-Gattungen bekannt.

In den grünen Teilen der Pflanze sind die Steviolglycoside enthalten, das Stoffgemisch ist der Grundstoff für Stevia Kristalle, Pulver, Liquids, Tabs, etc. Diese Steviolglycoside werden in einem Verfahren aus der Pflanze gezogen und aufbereitet. Die Blätter der Stevia-Pflanze (auch Honigkraut oder Süßkraut genannt) können auch im Hausgebrauch zum Süßen verwendet werden. Am einfachsten geht das mit einem Aufguss der getrockneten Blätter. Wie man das macht finden Sie hier.

Verwendung

In Südamerika wird Stevia zum Süßen des Mate-Tees (siehe Wikipedia) schon seit Jahrhunderten verwendet. Stevia ist aber nicht nur süß, Stevia ist auch ein Heilkraut und wird so innerlich und äußerlich für vielfältige Leiden eingesetzt. Lesen Sie hierzu mehr.

Je nach Sorte ist Stevia ca. 300 bis 450 mal so süß wie Haushaltszucker. Stevia hat allerdings kaum Kalorien, hat keinen Einfluss auf den Insulinspiegel und greift die Zähne nicht an. Die Stevia-Pflanze hemmt sogar die Plaquebildung im Mund und wird daher auch in Zahnpasta (Kosmetika mit Stevia) verwendet.

Bevor in der EU 2011 endlich die Zulassung erfolgte, wurde das Stevia-Pulver bereits von einer breiten Fangemeinde über viele Jahre hinweg genutzt. Es wurde meist als "Badezusatz" deklariert verkauft.

EU Zulassung erfolgt!

Stevia als "Süßungsmittel" wird schon länger in Industrieländern verwendet, zum Beispiel in Japan, Australien, China, Südamerika, den USA und vielen weiteren. Die EU hat sich lange geziert Stevia als Lebensmittelzusatzstoff zuzulassen, doch seit Dezember 2011 dürfen Steviolglycoside oder E 960 (mehr zu E-Nummern) in der Lebensmittelindustrie eingesetzt werden. Seit der Zulassung steigt seine Popularität, nicht zuletzt deshalb, weil es KEINE KALORIEN hat.

Stevia kann richtig angewendet einen wertvollen Beitrag für Diabetiker und übergewichtige Menschen leisten. Allerdings ist Stevia kein Freibrief für übermäßiges Essen!

Vereinfachte Beschreibung der Herstellung

Um die geschmacksintensivsten Bestandteile der Stevia-Pflanze zu extrahieren, wird den Blättern zunächst das Wasser entzogen. Durch die Wasserextraktionsmethode werden die natürlichen Süßstoffe von Stevia, die Steviolglycoside, freigesetzt. Anschließend werden diese gereinigt und gefiltert. Der Herstellungsprozess ähnelt jenem von Haushaltszucker.

Die Pflanze selbst

Stevia gehört zur Gattung der Halbstaudengewächse und wird, je nach Sorte, bis zu einem Meter hoch. Die Pflanze braucht viel Sonne und milde Temperaturen und ist nicht winterfest, kann jedoch auch bei uns gezüchtet werden. In Europa würden sich besonders jene Anbaugebiete eignen, welche derzeit noch für den Tabakanbau genutzt werden. Sobald der Tabakanbau verboten ist, wäre Stevia also der ideale Ersetz für die freiwerdenden Flächen. Stevia hat flache Wurzeln und versorgt sich so bestens mit Nährstoffen, extremes düngen ist nicht notwendig. Die Vermehrung erfolgt selten über Samen und meist durch Triebknospen.